ESD MEDIENINFO | Mitgliederumfrage: KMU unzufrieden mit Krisenmanagement der Bundesregierung

Saarlouis/Berlin, 20.09.2022. Der Europaverband der Selbständigen – Deutschland (ESD) e.V. hat seine Mitglieder, allesamt Soloselbständige sowie kleine und mittelständige Unternehmen aller Branchen aus allen Teilen der Bundesrepublik, zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation, ihren Zukunftsaussichten, ihrem Umgang mit den steigenden Kosten und ihrer Zufriedenheit mit dem Krisenmanagement der Regierung und der von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck befragt. Die Ergebnisse der Umfrage, an der sich 400 ESD-Mitgliedsunternehmen beteiligt haben, fasst der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Timo Lehberger, wie folgt zusammen:

„Während rund 40 Prozent der Befragten die aktuelle Situation ihres Unternehmens mit gut und sehr gut bewerteten und immerhin 35 Prozent mit neutral antworteten, schätzen bereits mehr als ein Drittel der Unternehmen die Zukunftsaussichten Ihres Betriebs pessimistisch ein.
Dreiviertel bezeichnen die steigenden Energiekosten als aktuell größte Herausforderung für das eigene Unternehmen. Als weitere Herausforderungen werden weniger Kunden bzw. Aufträge, die Inflation, steigende Personalkosten und zu erwartende Energieengpässe benannt. Noch ganze 30 Prozent verwiesen in diesem Zusammenhang auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise.
Den aktuell höchsten Anteil an den Gesamtkosten haben laut Umfrage die Personalkosten, dicht gefolgt von den Energiekosten. Weiterhin verwies rund ein Viertel der Befragten auf die Kosten für Miete, Waren und Material.
30 Prozent der teilnehmenden Unternehmen geben an, ihr Angebot zur Kostenreduktion bereits eingeschränkt zu haben. 45 Prozent gehen davon aus, ihr Angebot noch ca. sechs Monate uneingeschränkt aufrecht erhalten zu können. Grundsätzlich kann sich die Hälfte der Teilnehmer vorstellen, ihr Angebot aus Kostengründen einzuschränken. Eine vollständige Weitergabe der gestiegenen Kosten an ihre Kunden ist nur für fünf Prozent der Befragten möglich. 95 Prozent können das nur teilweise oder bleiben gänzlich auf den gestiegenen Kosten sitzen.
Wie zu erwarten sind die Betriebsausgaben der Mehrheit der Befragten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Entsprechend rechnen 37,5 Prozent der Befragungsteilnehmer mit einem schlechteren Betriebsergebnis. Die aktuelle Energiekostenentwicklung schätzen 15 Prozent der Befragten als existenzbedrohend ein. Rund die Hälfte der Teilnehmer bezeichnet diese Kostensteigerung als gravierend, aber lösbar.
70 Prozent der Befragten sind mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung unzufrieden bzw. sehr unzufrieden. Mit der Arbeit von Bundeswirtschaftsminister Habeck sind lediglich 5 Prozent zufrieden. 15 Prozent gaben an unzufrieden zu sein und 57,5 Prozent sind sehr unzufrieden mit der Arbeit des Ministers.
Die abschließende Frage, ob sich die befragten Selbständigen Sorgen über ihre private Zukunft machen, beantworteten 57,5 Prozent mit ja und 42,5 Prozent mit nein.“

Der Präsident des Europaverbandes der Selbständigen, Kuni Ludwig Both, empfindet die Ergebnisse der Umfrage als alarmierend und ordnet sie wie folgt ein:

„Als Selbständige, die sich für Selbständige stark machen, haben wir das Ohr nah an den alltäglichen Problemen unserer Mitglieder und Kollegen. Die Ergebnisse unserer Umfrage sprechen eine deutliche Sprache. Die Selbständigen sorgen sich um ihre Zukunft und die ihrer Unternehmen. Sie fühlen sich von der Bundesregierung schlichtweg im Stich gelassen und ignoriert.
Nichts gegen Entlastungen für private Haushalte – im Gleichklang sollte die Einnahmenseite des Bundes gestärkt und gesichert werden. Diese Einnahmen generiert die Wirtschaft und dort insbesondere die 3,3 Millionen kleinen und mittelständischen Unternehmen bei denen fast 12,5 Millionen Arbeitnehmer in Lohn und Brot stehen.
Die Sicherung dieser Unternehmen muss für Wirtschaftsminister Habeck und seine Regierungskollegen endlich Priorität haben. Maßgeschneiderte Unterstützungsprogramme und die Gewährleistung der Versorgungssicherheit sind mit Blick auf die gigantisch gestiegenen Energiekosten existenziell. Unsere Betriebe benötigen Energiepreise, mit denen sie wettbewerbsfähig und rentabel arbeiten können. Daher fordern wir eine Energiepreisbremse, die unsere Unternehmen entlastet!“

Die detaillierte Auswertung der Umfrage bei der Geschäftsstelle des Europaverbandes der Selbständigen – Deutschland (ESD) e.V. unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! angefordert werden.